Förderschwerpunkt Lernen

(Quelle:  http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/PresseUndAktuelles/2000/sopale.pdf)

Bei Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen des Lernens ist die Beziehung zwischen Individuum und Umwelt dauerhaft bzw. zeitweilig so erschwert, dass sie die Ziele und Inhalte der Lehrpläne der allgemein bildenden Schule nicht oder nur ansatzweise erreichen können.

Sonderpädagogische Förderung im Bereich des Förderschwerpunkts Lernen orientiert sich grundsätzlich an den Bildungs- und Erziehungszielen der allgemeinen Schule und erfüllt Bildungsaufgaben, die sich aus der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen des Lernens ergeben. Sie fördert durch geeignete und strukturierte Lernsituationen vor allem Denkprozesse, sprachliches Handeln, den Erwerb von altersentsprechendem Wissen, emotionale und soziale Stabilität sowie Handlungskompetenz.

Die pädagogische Ausgangslage von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen des Lern- und Leistungsverhaltens, insbesondere des schulischen Lernens, stellt sich vielfach in Verbindung mit Beeinträchtigungen der motorischen, sensorischen, kognitiven, sprachlichen sowie sozialen und emotionalen Fähigkeiten dar.

Diese können unmittelbare Auswirkungen auf alle grundlegenden Entwicklungsbereiche haben und zeigen sich vor allem:

  • in der Grob- und Feinmotorik,
  • in Wahrnehmungs- und Differenzierungsleistungen,
  • in der Aufmerksamkeit,
  • in der Entwicklung von Lernstrategien,
  • in der Aneignung von Bildungsinhalten,
  • in Transferleistungen,
  • im sprachlichen Handeln,
  • in der Motivation,
  • im sozialen Handeln,
  • im Aufbau von Selbstwertgefühl und einer realistischen Selbsteinschätzung.

Zentrale Elemente der Förderung:

  • Individuelle Förderpläne auf der Grundlage begleitender Diagnostik zu erstellen und fortzuschreiben,
  • eine schulische Situation zu schaffen, in der der individuelle Lernerfolg Ansporn sein kann und die Entwicklung einer Leistungsbereitschaft begünstigt,
  • die Kinder und Jugendlichen so zu erziehen, dass sie alters- und situationsangemessene Formen des Verhaltens erwerben und festigen können,
  • die Schülerinnen und Schüler zu einem Abschluss zu führen und Möglichkeiten zu eröffnen, den Hauptschulabschluss zu erlangen,
  • durch praxisorientierte Angebote Jugendliche für einen Beruf zu interessieren und auf eine Berufsausbildung vorzubereiten,
  • die Zusammenarbeit mit Berufsschulen, Arbeitsamt, Kammern und Betrieben der Region zu pflegen,
  • das Zusammenwirken mit den Eltern zu fördern.