Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

Unterschiedliche Professionen wie Förderschullehrer, Regelschullehrer, Erzieher, Therapeuten und Pflegekräfte kümmern sich um die Förderung und Pflege der Schülerinnen und Schüler mit Behinderung. Alle Fachdisziplinen arbeiten im Sinne einer kindorientierten Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zusammen. Der Förderschullehrer hat dabei die spezielle Aufgabe, die verschiedenen Angebote zu koordinieren.

Die drei in der ICF benannten Aspekte körperliche Schädigung, Aktivität und soziale Teilhabe lassen sich nur bedingt voneinander trennen. Jedoch kann man aus den einzelnen Bereichen Aufgaben ableiten, die sich für Lehrer ergeben:

Aus der in der ICF genannten körperlichen Schädigung lassen sich folgende Aufgaben ableiten:

  • theoretisch fundiertes Fachwissen über Schädigungsbilder und deren praktische pädagogische Konsequenz, so dass alle Kinder ihre genuinen Entwicklungs- und Lernpotentiale entfalten können
  • Verständnis für die Auswirkungen der Primärschädigung auf andere Entwicklungsbereiche wie beispielwiese die kognitive, emotionale oder auch Wahrnehmungsentwicklung / Einschätzung und Ableitung des individuellen Förderbedarfs (dokumentiert in Förderplänen) und Integration der Bedürfnisse aller Kinder in den Unterricht
  • methodisch-didaktische Anpassung und Adaptation der allgemeinen (Fach-) Didaktik auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe
  • "Classroom-Management": Anpassung des Klassenraums und der Arbeitsplätze an die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Heranwachsenden (Sitzposition, Funktionsecken, Lagerungsmöglichkeiten, technische Hilfen u.a.)
  • Förderpflege (wickeln, Anreichen von Nahrung u.a.)

Zentrale Elemente der Förderung:

  • Anbahnung von Bewegungserleichterung, Kommunikation (unter Umständen unterstütze Kommunikation) und Koordinierung von Hilfsmittelversorgung (Mobilität / Förderung der motorischen Aktivität)
  • Vermittlung und Anbahnung von praktischer Handlungskompetenz, auch über den Lehrplan des jeweiligen Bildungsganges hinaus (von pränumerischen Fähigkeiten bis hin zum Thema Berufsvorbereitung oder Selbstversorgung / Förderung der kognitiven Aktivität)
  • Kennen und Anwenden des Nachteilsausgleiches gemäß der gesetzlichen Bestimmungen für jeden einzelnen Schüler
  • inhaltliche, methodische und organisatorische Öffnung des Unterrichts, um der großen Heterogenität gerecht zu werden und Handlungsmöglichkeiten anzubahnen
  • Erziehung und Unterricht muss so gestaltet werden, dass Schülerinnen und Schüler trotz ihrer körperlichen Beeinträchtigung ihr Leben sinnerfüllt und weitestgehend selbstverantwortlich zu führen und zu gestalten in der Lage sind / Ausbildung von eigenen Interessen und Neigungen, unabhängig von gesellschaftlichem Druck, Förderung des Vertrauens in eigene Autonomiebestrebungen / Förderung des freien Ausdrucks, Kreativitätsförderung, Bedürfnis- und Interessenorientierung
  • Elternarbeit / Kennen und Anwenden von Modellen der Krisenverarbeitung, um den Eltern adäquat begegnen zu können, Beratung und Austausch mit den Eltern
  • persönliche Begleitung  (Lernbegleiter, pädagogische Koexistenz, Anbahnung des Assistenzprinzips für ein späteres Leben in größtmöglicher Selbstbestimmung u.a.)